(7) Aki sog die heiß-feuchte Luft ein…

Aki sog die heiß-feuchte Luft ein und seine Haltung entspannte sich, als er die Tür hinter sich verschlossen hatte.

„Hallo, ich bin wieder da, meine Liebe.“

Die Sporttasche stellte er auf den Stuhl im Flur und zog sich im Stehen die Schuhe aus. An der Garderobe hängte er die Kleidungsstücke auf, wie er sie nacheinander auszog: Hemd, T-Shirt, Hose, Socken und Unterhose. Dann nahm er einen Lendenschurz vom Haken, schlang ihn sich um die Hüften und verknotete ihn. Er öffnete eine Tür und trat in seinen Urwald ein. So nannte er die Sammlung von exotischen Pflanzen, die er in Treibhausatmosphäre in seinem Wohnzimmer aufzüchtete. Die paar Möbel, die in dem Zimmer standen, waren alle von Pflanzen überwuchert. Nur das Sofa, ein Stuhl, ein kleiner runder Tisch und der Fernseher waren frei von Blättern und Trieben. Mit der Fernbedienung schaltete er den Fernseher an. Im Zimmer nebenan war sein Schlafzimmer. Die Ranken der Philodendren hochhaltend, öffnete er die Tür und ging hinein. Auch hier war es heiß und schwül, aber es gab keine Pflanzen.

„Philomena, ich bin wieder hier, mein Schatz.“ Er kippte die Abdeckplatte hoch, ergriff vorsichtig die Regenbogenboa und hob sie heraus. Sie war knapp über einen Meter lang, hatte einen kupferroten Untergrund und darüber schwarze Kreise. Ihre Schuppen hatten einen irisierenden Effekt und wenn das Licht günstig war, schillerten sie wie ein Regenbogen.

Aki trug Philomena ins Wohnzimmer und setzte sich dem Fernseher gegenüber auf die umrankte Couch. Sie schmiegte sich an seine nackte Brust und legte ihren Kopf in seine offene Hand. Zufrieden lehnte sich Aki zurück und schaute auf den Fernseher. Dort sah man einen Mann im Zug sitzen, auf seinem Schoß ein kleiner Mischlingshund. Der Hund stützte sich mit den Vorderbeinen auf den Fensterrahmen und betrachtete aus dem fahrenden Zug die Felderlandschaft.

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