(68) Als Bichler und Buddy zum Zeltplatz kamen, war das Zirkuszelt fast fertig errichtet.

Als Bichler und Buddy zum Zeltplatz kamen, war das Zirkuszelt fast fertig errichtet. Die Arbeiter waren gerade dabei die Planen zu befestigen. Ein Mann stand unten vor dem Zelt und gab Anweisungen. Bichler blieb stehen und schaute sich um.

„Sie können hier nicht mit dem Hund herumlaufen!“ Der Mann kam auf Bichler zu. „Hier sind andere Tiere, das gibt nur Ärger.“ Bichler nahm Buddy an die Leine. Der Boxer war darüber nicht erfreut, denn es gab hier viele völlig neue Gerüche, denen er nachgehen wollte.

„Tut mir leid“, sagte Bichler und stellte sich vor. „Fabiano Ferro. Nichts für ungut, aber Hunde und Elefanten, das kann völlig daneben gehen.“ – „Ich verstehe“, antwortete Bichler. „Kommen Sie morgen, dann gibt es hier die erste Vorstellung.“ Bichler nickte. Als Ferro sich wieder umwandte, fasste er sich ein Herz. „Herr Ferro? Eine Frage noch. Ich habe auf dem Plakat eine Frau gesehen, die auf einem Elefanten reitet. Ich glaube, ich kenne die noch von früher.“ Ferro kam zurück. „Ellen? Das kann ich mir kaum vorstellen. Woher denn?“ – „Wir waren… befreundet“, druckste Bichler herum, denn er wusste nicht, ob er Ferro eifersüchtig machte. „Ellen sagen Sie? Ist das ihr Künstlername? Ich kenne sie als Silke.“ Ferro schüttelte den Kopf. „Nein, sie heißt wirklich Ellen und sie ist meine Frau. Aber ich glaube, ich weiß, wo das Missverständnis herkommt.“

Ferro erzählte, dass die Plakate aus der Insolvenz eines anderen Zirkus stammten. Wie üblich war der Hintergrund schon bedruckt, der Text aber noch nicht, weil die Orte und Attraktionen sich immer schnell änderten. Diese wurden in letzter Minute dann in Schwarz eingedruckt. Die Frau auf dem Bild war gar nicht Ellen. Ferro hatte keine Ahnung, wer die Frau war. Er erklärte aber, dass es günstiger war, die Haare von Ellen zu verändern, damit sie dem Bild ähnlichsah, als umgekehrt. „Oh, ich verstehe“, sagte Bichler. „Das ist also Ellen, aber auch nicht Ellen.“ – „Ganz genau, Sie haben es verstanden. Und es ist auf jeden Fall meine Frau, klar?“

Bichler wollte Ferro gerade zustimmen, als hinter dem Zelt ein Elefant hervorkam. Auf ihm saß eine Frau in der gleichen Art wie auf dem Plakat, aber sie sah wirklich etwas anders aus. Bichler wollte dies gerade erklären, als Buddy anfing zu bellen wie ein Wahnsinniger. Er bäumte sich an der Leine auf und versuchte, sich loszureißen. Bichler hielt ihn mit zwei Händen und unter Einsatz seines ganzen Körpergewichts fest. Die Frau auf dem Elefanten reagierte schnell, sprach ein paar beruhigende Worte zu dem Elefanten, der wendete und wieder hinter das Zelt ging.

Ferro atmete erleichtert aus. „Da haben Sie Glück gehabt. Wenn Ellen es nicht geschafft hätte, dann hätte Olli Milkshake aus Ihrer Töle gemacht. Nichts für ungut.“ – „Danke.“ Bichler war der Schweiß ausgebrochen. „Wir gehen dann besser mal. Ich nehme an, Hunde dürfen auch nicht mit in die Vorstellung, oder?“

Ferro zog die Augenbrauen zusammen. „Ja, was wohl?“

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