(5) Mit ihren Stiefeln drückte Marika Pekkanen …

Mit ihren Stiefeln drückte Marika Pekkanen das Holzscheit tiefer ins Feuer. Es knisterte und Funken sprühten in den blauen Nachthimmel, an dem viele Sterne funkelten.

„Das ist eine heftige Geschichte, Bob. Der arme Matt.“

Bob brummte zustimmend und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche. Er hatte Matt gemocht. Ein treuer Hund und ein wahrer Freund. Morgen würde er sich einen neuen holen. Der Junge war danach schnell wieder ok gewesen. Die Aufregung hatte ihn ohnmächtig werden lassen. Margaret war außer sich gewesen. Der Junge, der Schuss, der Hund. Fast wäre auch sie zusammengeklappt, aber ihre Angst um Billy hatte es verhindert. Ein aufregender Tag. Er war froh, jetzt bei Marika zu sein. Im Schein der Flammen blickte er zu ihr hinüber. Sie sah gut aus, wie sie in ihrer verdreckten Jeans auf der Decke saß und in den Feuerkreis starrte.

Vor einem Jahr hatte er sich ein Herz gefasst und ihr einen Heiratsantrag gemacht. Sie warf ihn mitten in der Nacht aus der Hütte. Erst als er ihr eine Ithaca M37-Flinte mitbrachte, ließ sie sich besänftigen. Marika lebte von der Jagd, darin war sie sehr gut. Einen Teil der Beute verkaufte sie in der Stadt. Viel brauchte sie nicht zum Leben. Sie war nordeuropäisch, Schwedin oder sowas. Vor ein paar Jahren war sie herübergekommen. Zum ersten Mal war er ihr begegnet, als sie bei ihm Munition kaufte. Dann hatte sie ihn mal im Wagen mitgenommen, als er eine Panne hatte. So waren sie sich näher gekommen. Und irgendwann hatten sie Sex gehabt am Lagerfeuer. Sie war anders als alle Frauen, die Bob vorher gekannt hatte. Viel wusste er nicht über sie und er hätte nicht erklären können, warum sie in dieser Hütte allein leben wollte. Er stellte sich die Frage auch nicht. Aber er wusste, dass er jetzt nirgendwo anders sein wollte als mit ihr am Feuer vor ihrer Hütte.

Er betrachtete den kleinen Hügel frisch umgegrabener Erde, unter der Matt lag, und trank noch einen Schluck.

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