(47) Bist Du oben blank und kahl, komm zu Zweithaarstudio Stahl!

„Bist Du oben blank und kahl, komm zu Zweithaarstudio Stahl!“ Philip schob eine CD in das Autoradio. Er konnte nicht verstehen, warum Gene ständig diese schreckliche Radiostation hörte. Aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt es zu besprechen. Die Party war sehr zivilisiert gewesen. Alles Leute aus den besten Familien. Manche hatten Vorfahren, die auf der Mayflower ins Land gekommen waren. Nicht wie seine, die 1903 aus Palermo auf der Karamania in Ellis Island ankamen. Alle hatten getrunken, getanzt und geredet. Vielleicht würde er irgendwann wirklich dazu gehören und nicht nur, weil sein Vater ihm das Studium finanzierte.

Gene steuerte den Wagen unbeirrbar durch die dunkle Nacht. Philip schaute zur Rückbank. Richard und Chuck schienen sich angeregt zu unterhalten. Beide waren angetrunken. Richard stieß ein bähendes Lachen aus. „Na Leute, was gibt es zu lachen?“, fragte Philip. Chuck winkte ab und versuchte, Richard den Mund zuzuhalten, als dieser reden wollte. Richard befreite sich und sagte lachend: „Chuck meinte, ob dein Vater jetzt auf dem Maultier reitet, weil du sein Auto hast.“ Er stieß ein weiteres Lachen aus, allerdings versiegte es bereits nach der ersten Phase, als er Philips entgleiste Gesichtszüge sah. Chuck stöhnte. Gene spürte, wie seine Ohren heiß wurden. Er nahm Exit 43 Richtung Walnut Street und blieb in der großen Kurve unter den Bäumen stehen. Er machte das Radio aus. Es war still im Wagen. „Was?“, quäkte Richard, „das hast du doch gesagt!“ – „Es war ein Scherz“, verteidigte sich Chuck.

Gene stieg aus, ging um den Wagen herum, riss die Tür auf und zerrte Chuck mit dem Arm aus dem Wagen. Er schleuderte ihn auf den Waldboden am Rand der Straße. Chuck lag auf dem Bauch und Gene hielt seinen rechten Arm hoch. Als Hebel setzte er Chuck einen Fuß auf die Rippen. Jetzt standen Philip und Richard neben ihm und schrien durcheinander auf ihn ein. „Du hast keinen Respekt“, sagte Gene zu Chuck und drehte ein wenig an dem Arm. Chuck schrie vor Schmerz. „Lass ihn los“, schrie Philip. „Scheiße“, wiederholte Richard wie eine Mantra, ging ein paar Schritte auf und ab, raufte sich die Haare. „Mr Paluzzi würde das nicht gerne hören, dass er auf Maultieren reiten soll.“ – „Bopper, hör auf. Mein Vater würde wollen, dass Du aufhörst. Lass ihn los.“ Richard ergriff Genes Arm und versuchte ihn von Chucks Handgelenk zu lösen. „Du verdammter Wop…“ Gene zog seinen Teleskopschläger aus der Jackentasche und ließ ihn auf Richards Kopf hinunter krachen. Richards Stimme erstarb und er sank zu Boden. Philip wandte sich ab und stützte sich gegen das Auto. Mit der Faust schlug er auf das Dach ein.

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