(45) Wie auch immer, wann und wo, die Welt versinkt bei Eskimo…

„Wie auch immer, wann und wo, die Welt versinkt bei Eskimo…“ Eiskrem wäre nicht schlecht. Es war heiß im Auto. Aber Gene Volpe, den sie wegen seiner imposanten Statur „Big Bopper“ nannten, musste im Fahrersitz ausharren. Es könnte sein, dass Peter Paluzzi schnell weg wollte. Nur das Autoradio leistete ihm Gesellschaft. Bisher hatte Gene sich bewährt und es war zu erwarten, dass er bald vom Fahrer zum Kapitän aufsteigen würde. Paluzzi schätzte ihn sehr und vertraute ihm mehr, als all den anderen Soldaten in seinem Team. Darauf war Gene stolz. Er öffnete das Handschuhfach, nahm ein Sahnebonbon aus der Tüte und schob es sich in den Mund. Sein Blick fiel auf einen jungen Typ, der ihm schon vor ein paar Minuten aufgefallen war, als er an Genes Wagen vorbeigegangen war. Lederjacke, Jeans, eine Kamera in der Hand. Gene richtete sich auf und beobachtete ihn unbemerkt durch den getönten Sonnenschutzstreifen auf der Windschutzscheibe. Der Typ kam näher und machte ein Foto von Genes Auto. Genes Nasenlöcher weiteten sich. Als der Typ vorbeigegangen war, bewegte sich Gene sehr schnell. Tür auf, ein paar schnelle Schritte und schon hatte er den Typ am Wickel. Er drückte das zitternde Bündel gegen die Häuserwand. „Wer bist Du“, zischte Gene. Es brauchte einen knackigen Faustschlag in die Magengrube, bis der Typ antwortete mit „Adam Lewandowsky, Fotograf“. Er arbeite für niemanden, er sei Freelancer. Gene schob ihn in einen dunklen Hinterhofdurchgang und vermöbelte ihn ein bisschen. „Die Stickerei auf der Jacke. Ich fand sie interessant, wollte sie fotografieren.“ Auf Genes Nylonjacke war über seiner linken Brust ‚Big Bopper‘ aufgestickt. Ein Geschenk von seiner Gang. Auch darauf war Gene stolz. Aber er glaubte nicht, dass dieser Lewandowsky nur seine Jacke fotografieren wollte. Er schlug noch ein paar Mal mit dem Teleskopschlagstock zu, während er überlegte, was er mit dem Vogel anfangen sollte.

Gene wurde kurz abgelenkt, als er ein Geräusch von der Straße zu hören glaubte. Lewandowsky nutzte die Gelegenheit und riss sich los. Er versuchte zu flüchten, aber Gene war schneller und brachte ihn mit einem Hieb des Teleskopstocks gegen das Knie zum Stolpern. Lewandowsky stürzte nach vorne auf einen Flaschenbaum, der an der Wand stand. Einer der Metallzinken bohrte sich in sein rechtes Auge. Der Fotograf war auf der Stelle tot. Gene überlegte kurz, dann ging er zurück zum Wagen und setzte ihn rückwärts in den Durchgang. Er lud die Leiche in den Kofferraum und wartete weiter auf Paluzzi.

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