(357) Kube ließ sich durch die Trennung von Doris nicht beirren.

Kube ließ sich durch die Trennung von Doris nicht beirren. Er hatte alles, was er besaß, in den Aufbau der neuen Farm in Südamerika gesteckt. Da Kube den Elternhof in die Ehe gebracht hatte und das Vermögen der Eheleute bei der Scheidung weniger groß war, musste er Doris nichts davon abgeben.

In der Neuen Welt stürzte er sich mit dem größten Eifer auf den Aufbau der Farm. Zuerst holte er sich einen Vorarbeiter, der Englisch sprach und dem er seine Vision vermitteln konnte. Gemeinsam wählten sie dann über 50 Landarbeiter aus, die das Land in den richtigen Zustand bringen sollten, um die ersten Linda-Setzkartoffeln in die Erde zu bringen. Vom Staat hatte Kube ein riesiges Stück Land zur Verfügung gestellt bekommen, mit der Maßgabe, es innerhalb von 12 Monaten zu bebauen. Anderenfalls würde man ihm den Boden wieder wegnehmen. Das Land war erst durch Brandrodung gewonnen worden und die Krume war sehr dünn. Kube machte sich Sorgen, dass es dem Boden an Nährstoffen fehlen könnte. Er musste abwarten, wie die erste Ernte sein würde. Danach konnte er berechnen, wie viel Geld er übrig hatte, um Dünger zu kaufen. Er hatte sich inmitten der entstehenden Äcker eine einfache Holzhütte gebaut. Um ihn herum, hatten sich der Vorarbeiter und die anderen Mitarbeiter ebenfalls weitere Hütten gebaut.

Es gefiel Kube inmitten seiner Ländereien und zusammen mit seinen Leuten zu wohnen. Es war wie eine Rückkehr zu allem, wofür der Ackerbau stand. Ehrliche Arbeit, die nicht durch Regelungen eingeschränkt wurde. Manchmal dachte er an Doris, wenn er abends alleine auf seinem Feldbett lag.

Eines Tages saß er auf seinem Pferd, auf einem Feld nahe dem ursprünglichen Wald. Am Rande sah man noch die schwarze, verbrannte Kante. Er leitete das Pferd ein paar Meter in den Regenwald hinein. Es war sofort ein anderes Klima. Die Töne waren lauter, aber auch gedämpfter. In den Bäumen über ihm hörte er ein krächzendes Schreien. Er sah etwas Rotes in den Blättern schimmern. Neugierig nahm er das Gewehr von den Schultern und legte an. Er drückte ab. Hunderte Vögel, derer er sich vorher nicht bewusst war, flatterten aufgeschreckt hoch. Der rote Punkt taumelte und fiel dann im Zickzack durch die Bäume nach unten. Kube sprang vom Pferd und lief hin, als der Punkt auf den Boden fiel. Es war ein großer Papagei, den er geschossen hatte. Seine Federn waren rot am Kopf und ansonsten blau am restlichen Körper. ‚Seltsamer Vogel‘, dachte Kube. ‚Den werde ich mal Zanner schicken.‘

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