(349) Die Autofenster waren bereits beschlagen.

Die Autofenster waren bereits beschlagen. Raul hatte Hedda auf den flachgelegten Sitz gedrückt und küsste sie leidenschaftlich. Mit einer Hand stützte er sich an der Kopfstütze ab, mit der anderen streichelte er die Innenseite ihrer Oberschenkel. Sie stöhnte leise.

Dann zuckte Raul zusammen. Er glaubte, dass draußen, neben dem Auto, ein Zweig geknackt hatte. Er versuchte durch das Fenster nach draußen zu sehen, aber es war stockdunkel. „Was ist?“, flüsterte Hedda. „Nichts“, antwortete er und küsste sie, bevor sie ein weiteres Wort sagen konnte.

Innerlich fluchte Dieter Selfried, denn er hatte den Zweig eigentlich bemerkt. Allerdings hatte er sich so sehr nach links gebeugt, um an der B-Säule des Autos vorbei zu sehen, dass er das Gleichgewicht fast verloren hatte und dabei war er auf den Zweig getreten. Sie hatten ihn nicht bemerkt. Das war auch nicht verwunderlich, denn er war vollständig in matte schwarze Kleidung gehüllt. Sogar das Gesicht hatte er sich mit schwarzer Tarnschminke eingeschmiert.

So geschützt stand er nur einen Meter vom Wagen entfernt und beobachtete Raul und Hedda. Selfried kannte mehrere Orte im Park, wohin Liebespaare im Auto hinfuhren. Manchmal verbrachte er mehrere Abende hintereinander im Park, mal an dem einen oder anderen dieser Orte. Dann wieder kehrte er für Wochen nicht zurück, bis ihn die Lust wieder dahin trieb.

Diana klappte das Buch zu. Diese Geschichte mochte sie nicht, sie war ihr zu gruselig. Vor allem die Tatsache, dass in ihrer Gegend bereits mehrere Frauen Opfer eines Serienmörders geworden waren, hatte ihr allen Spaß daran verdorben.

Eigentlich hatte sie mit leicht-erotischen Liebesgeschichten aus der viktorianischen Zeit gerechnet, nicht mit Spannern. Sie überlegte, ob sie das Buch einfach an den Online-Buchladen zurückschicken sollte. Sie entschied sich aber dagegen, weil die Haselnusspralinen bereits Spuren auf dem Buchdeckel hinterlassen hatten.

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