(345) Aus dem Wagen stieg Rauch auf, aber die sechs Männer schossen weiter.

Aus dem Wagen stieg Rauch auf, aber die sechs Männer schossen weiter. Als ihre Gewehrmunition zu Ende war, nahmen sie die Schrotflinten. Und als auch die Schrotpatronen alle waren, zogen sie ihre Revolver. Erst, als sie keine Munition mehr hatten, wurde es still. Von der Schießerei waren sie nachher noch längere Zeit wie taub.

Der Wagen war völlig durchlöchert und bevor sie sich näherten, warteten sie zur Sicherheit. Aber es geschah nichts. Als sie an den Wagen herantraten, sahen sie, dass Clyde Barrow, der Fahrer, und seine Beifahrerin Bonnie Parker tot waren. Bonnie lehnte gegen Clyde und ihr Blut vermischte sich beim Herunterlaufen mit seinem. Die Männer hatten ihr Ziel erreicht. Sie trennten sich, vier fuhren nach Gibsland, um ihren Chefs telefonisch Bericht zu erstatten. Die anderen beiden blieben am Ort des Hinterhalts.

Schnell machte die Nachricht die Runde in der ländlichen Gegend und es kamen Schaulustige zu dem völlig zerstörten Ford V8. Die beiden Männer, die die Leichen bewachen sollten, waren schnell völlig überfordert. Die Menge begnügte sich aber nicht damit, die Leichen anzugaffen, sondern viele von ihnen wollten Souvenirs mitnehmen. Die meisten begnügten sich damit, Patronenhülsen einzusammeln, die überall herumlagen oder Glassplitter, die weit gestreut hatten. Andere wollten wesentlich mehr. Eine Frau schnitt eine Haarlocke von Bonnies Kopf, an der Blut klebte, das noch nicht einmal eingetrocknet war. Eine andere riss ein Stück von Bonnies Kleid ab. Ein Mann ging so weit und zückte sein Taschenmesser, weil er Clydes Abzugsfinger abschneiden wollte. Erst als die andern Männer mit Verstärkung zurückkamen, konnten sie wieder Ordnung herstellen. Der Leichenbeschauer sprach von einer zirkus-ähnlichen Situation, die er bei seinem Eintreffen vorfand.

Im Kofferraum des Wagens fanden die Gesetzeshüter ein stattliches Waffenarsenal. Automatische Waffen, abgesägte Schrotflinten, Handfeuerwaffen und tausende Schuss Munition. Daneben auch 15 Nummernschilder aus verschiedenen Staaten.

Der Wagen wurde nach Arcadia abgeschleppt, wo es einen Bestatter gab, der sich um die Leichen kümmerte. Innerhalb von Stunden wurde die 2000-Seelen Stadt von über 10.000 Besuchern überrannt. Die Preise für Bier verdoppelten sich im Handumdrehen und jeder wollte in der Situation sein Geschäft machen.

Der 34er Ford V8 wurde Jesse Warren, dem er gestohlen worden war, zurückgegeben. Warren verkaufte den Wagen für 3000 Dollar und danach wurde er auf Jahrmärkten ausgestellt. Schließlich wurde er für 250.000 Dollar vom Primm Valley Resort and Casino in Nevada gekauft, wo er auch heute noch hinter Glas steht.

Nächste Woche in ‚Berühmte Todesfahrzeuge‘: Der 1938er Cadillac, in dem General Patton zu Tode kam.

Schreibe einen Kommentar