(318) Jork öffnete eine neue Tüte mit vorfrittierten Pommes…

Jork öffnete eine neue Tüte mit vorfrittierten Pommes und schüttete gerade den Inhalt in den Trog neben der Fritteuse, als er ihre schrille Stimme hinter sich hörte. „Hurenfickschwanz!“ Jork leerte die Tüte und noch bevor er sie zerknüllt und in den Abfallsack geschmissen hatte, noch einmal: “ Hurenfickschwanzeierbaum.“ Er drehte sich um und am Tresen stand eine eher unscheinbare, ältere Dame. Ihre Schminke hatte sie etwas zu großzügig aufgetragen und auch bei ihrem blutroten Lippenstift hatte sie nicht gegeizt. Er und Dirk kannten ihren Namen nicht, aber sie nannten sie ‚Lady Tourette‘.

„Schwanzfickhurenbock“, kam es aus ihr heraus, ohne dass sich ihre Miene dabei verändert hätte. Sie kehrte seit ein paar Jahren regelmäßig drei Mal in der Woche bei der Imbissbude ein, manchmal blieb sie aber mehrere Wochen aus. Die Zwillinge wussten sonst nichts über sie und auch keiner der anderen Kunden kannte sie.

„Hurenschwanzfick.“ Ihr Vokabular veränderte sich über die Zeit, blieb aber konsequent im genital-skatologischen Bereich. Auch die Reaktion der Brüder hatte sich über die Zeit verändert. Zuerst verblüfft, dann amüsiert, mittlerweile genervt. Erst vor kurzem hatte ein befreundeter Arzt die Diagnose ‚Tourette‘ gestellt.

„Was darf es sein?“, fragte Jork, obwohl er die Antwort bereits kannte. „Hurenfickschwanzwurst.“ – „Gerne“, antwortete er. Aus dem Kühlschrank holte er den Bullenpenis, den er am Vortag vom Schlachthof geholt hatte, legte ihn zwischen ein Brötchen und überreichte alles Lady Tourette mit den Worten: „Die Schwanzwurst, bitte.“ Lady Tourette starrte die Penisspitze an, die zwischen den Brötchenhälften herauslugte und schrie angeekelt auf. Zum ersten Mal konnte sie vor Schock kein Wort herausbringen. Sie drehte sich um und wandte sich aufgewühlt weg.

Einige Meter weiter befragte sie ein Passant: „Können Sie mir sagen, wo ich die Georgenstraße 157 finde?“ Da war sie bereits wieder die alte und antwortete: „Schwanzfickhurenbock.“

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