(313) Ducky D. saß in Suite 197 inmitten seiner Koffer und atmete schwer.

Ducky D. saß in Suite 197 inmitten seiner Koffer und atmete schwer. Er wollte nicht sterben. Und doch war es das, was ihm der Arzt vorhergesagt hatte. Drei Monate. Seine Leber war kaputt durch jahrelange Exzesse. Von dem Kurort hatte er viel gehört. Es war ihm Ernst, er wollte sein Leben vollständig verändern.

Deshalb hatte er auch seine übliche Entourage nicht mitgenommen, die ganzen Speichellecker, billigen Flittchen und Drogenpusher. Er reiste sozusagen inkognito, ohne Sonnenbrille und ohne Bling.

Der erste Arzttermin noch am gleichen Tag nährte Hoffnung und Zweifel zu gleichen Teilen. Der Arzt machte einen sehr kompetenten Eindruck und hatte Duckys Krankenakte genau studiert. Allerdings war er sehr zurückhaltend in der Prognose. Er erklärte, dass die Kur schlimmer sein würde als der Drogenentzug, den Ducky vor einem Jahr unternommen und abgebrochen hatte.

„Es gibt keine Ausweichmöglichkeiten, es ist alles schlecht für sie: Drogen, Alkohol, Rauchen, Pillen, gutes Essen, sogar Limonade. Die einzige Chance, die Sie haben, ist es, so lange wie möglich mit gesunder, leichter Kost auszuhalten. Dazu das Kurwasser. Wenn Sie das nicht schaffen, sollten sie am besten gleich wieder gehen und sich ein paar schöne Wochen machen, bevor Sie sterben.“

Bereits der erste Abend war für Ducky eine Qual gewesen. Er hasste das Kurwasser und das gedünstete Gemüse mit dem gekochten Hühnerfleisch war völlig ohne Geschmack. Ihm fehlten Zigaretten, Alkohol und Drogen, in der Reihenfolge. Er legte sich ins Bett und fiel nach kurzer Zeit in einen Albtraum.

Er war unterwegs in den Bergen und erreichte eine Kuppe, die fast völlig im Nebel lag. Er ging auf ein Feuer zu. Als er sich näherte, erkannte er, dass zwei grauhaarige nackte Frauen um das Feuer herum standen. Während er wie hypnotisiert auf die langen Nippel an ihren verschrumpelten Brüsten starrte, bemerkte er plötzlich, dass sie ein kleines Kind zwischen sich in die Flammen hielten. Als das Kind gar war, rissen sie es in Stücke und verschlangen es.

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