(295) Holla, Fräulein!

„Holla, Fräulein!“ Rick Söncksen stellte sich zur Seite, als die schlanke Frau aus der Metzgerei kam. Er schob den Zahnstocher in den anderen Mundwinkel und pfiff ihr nach. Ludo und Helmi starrten ihr ebenfalls auf den Hintern. „Hallo, hier bin ich!“, sagte Rick, um die Aufmerksamkeit seiner Assistenten zu erlangen. Er und ging in den Laden hinein, Ludo und Helmi folgten ihm.

Rick steckte die Hände in die Hosentaschen seines Anzugs und stellte sich vor die Theke. Frau Wolter schärfte gerade ihr Schlachtmesser am Wetzstahl. Als sie fertig war, fragte sie: „Was darf es denn sein, mein Herr?“ – „Das ist Ihre Metzgerei?“, fragte Rick. „Das ist sie.“ – „Ein schöner Laden. Wissen Sie, ich bin neu hier im Viertel. Und ich kümmere mich um Sauberkeit und Ordnung.“ – „Oh, dann kümmern Sie sich sicher um die Abfallbeseitigung. Das ist schön, dass ich Sie treffe. In letzter Zeit sind Ihre Leute leider etwas schlampig mit unseren Abfällen. Und, Sie wissen ja, Fleischabfall stinkt sehr schnell.“ – „Sie verstehen mich falsch. Ich bin hier, damit kein Unfall passiert.“ – „Ach so, Sie sind von der Polizei. Willkommen. Da werden Sie hier in der Gegend einiges zu tun bekommen.“ – „Hören Sie, Frau Wolter. Ich will nicht lange um den Brei reden. Ich kann Sie beschützen. Aber, das kostet natürlich etwas.“ – „Jetzt verstehe ich. Sie sind von der Versicherung. Wir sind aber schon sehr gut versichert. Ich fürchte, da werde ich Ihnen nicht weiterhelfen können.“

Die Tür öffnete sich und vier Männer, alle Ende Dreißig, kamen herein. Sie trugen Supermarkttüten, aus denen Bierflaschen herauslugten. Einer hatte wohl gerade einen Witz erzählt, denn sie lachten alle gleichzeitig. Rick und seine Leute hatten sich den Neuankömmlingen zugewandt und musterten sie. Die Männer wurden still und stellten sich als Gruppe zusammen.

Eine unangenehme Stille breitete sich in der Metzgerei aus. Frau Wolter unterbrach die Stille: „Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“ Rick wandte sich ihr zu: „Nein, wir kommen wieder.“ Er stapfte voran, die Gruppe teilte sich. Bevor er die Tür öffnete, sagte Frau Wolter: „Selbstverständlich, beehren Sie uns bald wieder, meine Herren.“ Rick und seine Leute verließen den Laden.

„Und Sie, meine Herren, was darf ich für Sie tun?“ Die vier brauchten etwas Zeit, um sich zu sammeln. Dann sagte Jens: „Wir hätten gerne Frankfurter bei Ihnen gekauft.“ – „Sehr gerne. Wir haben die besten Frankfurter in der ganzen Stadt. Reines Schweinefleisch aus eigener Schlachtung im hauchdünnen Saitling. Natürlich, ohne Nitritpökelsalz. Kalt geräuchert über Buchenholz aus heimischen Wäldern. Wie viele Frankfurter möchten Sie denn gerne? Vielleicht für jeden der Herren drei?“

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