(247) Bericht über einen Sprachaufenthalt in Edinburgh

Bericht über einen Sprachaufenthalt in Edinburgh (Schottland)

„Ich komme gerade von einem dreimonatigen Sprachkurs in Schottland zurück. Eigentlich ist Schottland kein idealer Ort, um Englisch zu lernen, denn die Leute auf der Straße versteht man kaum. Die Schule selbst war sehr gut. Die Leute waren nett, ich habe mich wohlgefühlt. Vorher war ich einmal in London gewesen, aber Edinburgh ist etwas komplett anderes. Die Unabhängigkeit ist für die Schotten sehr wichtig. Man darf sie auf keinen Fall für Engländer halten, sonst wird es ungemütlich und man kann ein paar lokale Schimpfwörter lernen. Als ich dorthin flog, sagte mein Vater, ich solle mich auf gefüllten Schafsmagen gefasst machen, den Haggis. Aber das ist mehr ein Mythos, glaube ich, denn als ich dort war, gab es keinen Haggis. Allerdings gab es andere seltsame Dinge. Zum Beispiel ist Cola da nicht so groß. Dafür gibt es ein lokales Gesöff, das Irn Bru heißt. Es sieht giftig orange aus und schmeckt… naja, ich denke, es ist ok, wenn man damit aufgewachsen ist. Was ich nicht probiert habe, sind frittierte Marsriegel. Die gibt es dort wirklich in den Take Aways. Allerdings schämen sich viele Schotten deswegen. Sie sagen, dass es die schrecklichen Essensgewohnheiten ihres Landes unterstreicht. Der frittierte Marsriegel ist wirklich genauso, wie man es sich vorstellt: Ein normaler Marsriegel wird in Bierteig getunkt, der gleiche mit dem auch Fische frittiert werden. Dann ab in die Fritteuse und fertig ist das Abendessen. Ich frage mich ob die Schotten Röcke tragen, weil dann mehr reinpasst. Der frittierte Marsriegel hat gefühlte drei Millionen Kalorien. Die kann man sich auch beim Sport nicht abtrainieren. Da gibt es übrigens auch Besonderheiten. Eine lokale Sportart ist der Caber toss. Der Caber ist ein Baumstamm und den muss der Teilnehmer, alles Männer natürlich, senkrecht vor sich hochheben und dann so schleudern, dass er sich einmal dreht und dann vom Werfer weg umfällt. Das Ziel ist es nicht, wie ich zuerst glaubte, den Stamm soweit wie möglich zu werfen, sondern ihn in einer geraden Linie zu werfen. Weicht der Stamm am Ende von der geraden Linie ab, gibt es Punkteabzug. Erst recht, wenn der Stamm nicht vom Spieler weg, sondern wieder in seine Richtung zurückfällt. Und diese Sportart üben die Schotten dann im Schottenrock aus und wenn sie sich danach stärken, dann mit Irn Bru und frittierten Marsriegeln. Das ist der Kurzbericht meines Sprachschulaufenthalts in Edinburgh. Ich wäre gerne noch zum Loch Ness gefahren, um dem Monster Hallo zu sagen. Leider war dafür aber keine Zeit mehr. Vielleicht das nächste Mal. Den frittierten Schokoriegel gibt es übrigens auch als Snickers, Bounty und andere Varianten. Es gibt sogar frittierte Pizza. Ja, man kann sagen, die Schotten mögen es frittiert. Darauf einen Irn Bru!“

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