(228) Ein Mal in der Woche setzte sich die Gemeinde zusammen…

Ein Mal in der Woche setzte sich die Gemeinde zusammen, um Dinge zu besprechen, die die Gemeinschaft betrafen. Im Anschluss konnte jeder Dismas befragen, sowohl zu religiösen als auch ganz weltlichen Themen.

Sie versammelten sich im Gemeindesaal und saßen im Kreis, darunter auch Dismas. Gerade hatten sie über veränderte Arbeitszeiten in der Schreinerei gesprochen, als einer der Älteren sprach: „Bruder Dismas, wir haben heute zum ersten Mal in dieser Runde drei neue Mitglieder. Ich glaube, für alle zu sprechen, wenn ich dich bitte, uns zu ihrer und unserer Erbauung zu erzählen, wie du zu Gott fandest.“ Dismas blickte wohlwollend in die Runde. Alle nickten ihm aufmunternd zu.

„Nun denn“, hob er an, „ich will euch gerne erzählen, wie ich zu Gott kam, denn es hat mein Leben verändert und es ist eine Geschichte der Freude. Damals hieß ich noch anders.“

Als junger Mann war Dismas gezwungen gewesen, den Dienst bei der Armee abzuleisten. Damals war er nur auf sein Vergnügen fixiert, ein durch und durch egoistischer Mensch. Glücklicherweise gab es keine Kriege.

Einmal war Dismas mit einem anderen Soldaten im Manöver. Die beiden bildeten einen Erkundungstrupp, der sich von hinten an die Roten, die feindliche Seite, anpirschen sollte. Sie gerieten in ein Moorgebiet, die dünne Grasnarbe brach ein und sie versanken im Untergrund. Die weiche Erde nahm sie immer weiter auf. Das schwere Marschgepäck zog sie nach unten.

Sie schrien um Hilfe, aber da war niemand, der sie hörte. Als sie schon bis zur Brust eingesunken waren, folgte Dismas einer Eingebung und fing an, zu Gott zu beten. Sein Kamerad Cort verhöhnte ihn deswegen. Dismas versprach Gott, sein Leben zu ändern und anderen Menschen das Wort Gottes nahezubringen, wenn er Cort und ihn retten würde. Das machte Cort wütend und er fluchte ganz gotteslästerlich.

Dismas betete weiter und als nur noch ihre Hälse und Köpfe aus dem Moor herausschauten, wurden sie von Soldaten entdeckt und gerettet. Auch Cort wurde gerettet.

„Kurz darauf war der Militärdienst für uns beide zu Ende“, fuhr Dismas fort, „ich fand meinen Weg zu euch, wofür ich Gott noch einmal tief dankbar bin. Von Cort habe ich nie wieder etwas gehört. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass auch ihm irgendwann die Liebe zu Gott widerfahren ist.“

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