(227) Katarina bemehlte die Arbeitsfläche und legte den Teigklumpen in die Mitte.

Katarina bemehlte die Arbeitsfläche und legte den Teigklumpen in die Mitte. Johanna arbeitete mit ihr in der Gemeinschaftsküche, die gleichzeitig auch Bäckerei war. „Was mich wirklich überzeugte, war diese ruhige, abgeklärte Art von Dismas.“ – „Das kann ich verstehen“, bestätigte Katarina und rollte den Teig aus. „Aber du brauchst dir keine Hoffnungen zu machen, Dismas ist an Frauen bereits reich gesegnet.“ Johanna hörte auf, in der Teigschüssel zu rühren. „Wie meinst du das?“

Katarina erklärte ihr, dass Dismas in der Gemeinde mit zwei Frauen verheiratet war. Als Johanna erstaunt reagierte, holte Katarina weiter aus und erklärte, dass bereits in der Bibel die Ehe von einem Mann mit mehreren Frauen nichts Unerlaubtes war, weder im Alten noch im Neuen Testament. Jakob, zum Beispiel, habe die Vorfahren aller zwölf Stämme mit seinen beiden Ehefrauen Rahel und Lea, die Schwestern waren, und mit deren beiden Dienerinnen gezeugt. Dismas hatte bereits am Anfang der Gemeindegründung von Gott die Erlaubnis bekommen, eine zweite Frau zu nehmen. Die anderen Männer hatten dieses Recht nicht von Gott bekommen, deshalb gab es in der Gemeinde auch keine Diskussionen deswegen.

„Es ist ja nicht, als ob er es wie König Salomo triebe“, erklärte Katarina. „Allerdings ist es ein Thema, über das er nicht gerne redet. Deshalb ist es gut, dass ich es dir erkläre und du keinen Fehler machst.“ Sie griff wieder zur Teigrolle. „Aber jetzt schnell weiter, wir müssen fertig sein, bevor die Fragestunde mit Dismas beginnt.“

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