(227) Johann Buhr wartete, bis Frau Dockendorf aus dem Hauptgebäude kam.

Johann Buhr wartete, bis Frau Dockendorf aus dem Hauptgebäude kam. Er warf die Zigarette in den Aschenbecher und überquerte den Hof. Er ging in die kühle und leere Empfangshalle und dann die Treppe mit dem schmiedeeisernen Geländer hoch in den ersten Stock.

Heute hatte er Glück: Hans Engler war allein und las gerade in einem Papier, als Buhr leicht an die Tür klopfte. Als Engler ihn erkannte, verzog er die Mundwinkel, aber schickte ihn nicht weg. „Guten Abend, Herr Buhr.“ – „Guten Abend, Herr Engler.“ Buhr trat ins Zimmer und gab Engler über den Schreibtisch hinweg die Hand. „Setzen Sie sich. Was kann ich für sie tun?“

Johann Buhr versuchte sich an die Sätze zu erinnern, die er sich aufgeschrieben hatte. Sie standen auf einem Zettel in seiner Innentasche. Aber er war zu stolz, ihn herauszunehmen. „Ich arbeite jetzt seit 19 Jahren bei MFE. Ihr Vater selbst hat mich eingestellt.“ – „Das weiß ich sehr gut, Herr Buhr. Sie sind einer unserer längsten Mitarbeiter. Als mein Vater mir das Unternehmen übergab, hat er besonders Sie erwähnt und mir gesagt, dass ich pfleglich mit Ihnen umgehen soll.“

Buhr gewann mehr Selbstvertrauen. „Na ja, als ich anfing produzierte die Firma Fräsmaschinen. Ich arbeitete hart und ihr Vater beförderte mich nach und nach zum Produktionsleiter. Das war für mich eine große Sache. Als Sie hier anfingen, haben wir begonnen, Industrieroboter zu bauen. Das war gut so, weil wir immer mehr Marktanteil bei Fräsmaschinen verloren. Meine Position wurde immer unbedeutender. Als Sie die Firma übernahmen, haben Sie sich auf die Roboter konzentriert und ich wurde zum Leiter der Eingangslagers. Ich habe mich die ganze Zeit nicht beschwert.“

Engler hatte mehrere Male versucht, ihn zu unterbrechen, aber der Alte blieb auf der Spur. „Sie müssen mir sagen, was mit mir passiert, wenn die Japaner die Firma kaufen.“ Engler entgegnete, dass nicht sicher sei, nicht einmal das Interesse der Japaner. Buhr versuchte es auf mehreren Wegen, aber Engler wollte ihm nicht mehr sagen, als allen anderen Mitarbeitern: ‚Es fand eine strategische Überprüfung statt und es wurden mit einem japanischen Konzern Gespräche wegen eines Joint Ventures geführt.‘

Engler stand auf und ging um den Schreibtisch herum. Er legte Buhr die Hand auf die Schulter. „Ich kann Ihnen leider nicht mehr sagen, denn ich weiß selbst nicht mehr. Aber Sie werden sehen, es wird alles fair und nach dem Gesetz gehandhabt werden. Ich glaube, da spreche ich auch im Sinne meines Vaters. Haben Sie Mut, Herr Buhr. Wir werden Sie nicht im Stich lassen.“

5 Gedanken zu „(227) Johann Buhr wartete, bis Frau Dockendorf aus dem Hauptgebäude kam.

  1. Ich glaube, Hans Engler ist eher damit beschäftigt, Jachtpläne ausarbeiten zu lassen 🙂 Was läuft denn da zwischen Dir und Dr. Bouché? Ist es eigentlich Bouché (verstopft) oder Bouchée (Häppchen)?

  2. Genau die Jachtpläne. Ich weiß nichts genaues, aber möglicherweise soll da das neuste an Nachrichtentechnik eingebaut werden was es gibt. Ob ich mit Bouché was anfange, weiß ich noch nicht. Der ist irre und verstopft. ☺️

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