(226) In einer Viertelstunde kommt Herr Burckhardt aus der Buchhaltung mit dem Zahlungslauf für diese Woche.

„In einer Viertelstunde kommt Herr Burckhardt aus der Buchhaltung mit dem Zahlungslauf für diese Woche. Direkt im Anschluss Meeting mit Herrn Kobayashi, der noch ein paar Fragen zum Vertrag unter vier Augen mit Ihnen klären möchte. Er wollte das unbedingt auf dem Golfplatz erledigen und war enttäuscht, dass Sie nicht Golf spielen.“

Frau Dockendorf saß vor Hans Engler und hielt den Ausdruck der Terminliste in der Hand. Engler machte sich ein paar Notizen auf seine Kopie. „Sie müssen mich nach einer Stunde bei Herrn Kobayashi herausholen. Dringendes Kundengespräch. Kunde droht mit Auftrag. Sonst sitzen wir den ganzen Tag zusammen.“ – „Danach treffen Sie eh‘ Ihren Vater zum Mittagessen. Er kommt Sie hier abholen.“ – Das passt mir nicht, Frau Dockendorf. Machen Sie mit ihm aus, dass ich ihn im Restaurant treffe. Im Erzengel, ja?“ – „Genau, dort habe ich für Sie reserviert. Um 14 Uhr müssen Sie zurück sein, dann präsentiert Ihnen das Designteam den neuen Prototypen des IR251.“ Engler seufzte. „Ist das nicht gut? Wollen Sie den Termin verschieben?“ Engler schüttelte den Kopf. „Das ist in Ordnung. Ich habe nur daran gedacht, wie teuer die Entwicklung des Teils war. Machen Sie danach noch einen Termin mit Meinholt aus dem Vertrieb. Ich will mit ihm über Vorbestellungen und Vertriebsprognosen für IR251 sprechen. Wenn das Ding nicht einschlägt, müssen wir hier die Pforten schließen. Aber, kein Problem, Frau Dockendorf, das ist nur so eine Redensweise.“ – „Habe nichts gesagt“, Frau Dockendorfs Augen lächelten, als sie ihn über ihre randlose Brille ansah. „Und danach…“ Engler komplettierte: „Danach, wie an jedem Tag seit Anbeginn der Zeit: Teamverhandeln mit den Japanern.“ – „Genau.“ – „Wir sind an manchen Stellen noch sehr weit auseinander, ich weiß nicht, ob das noch alles klappt.“ – „Wie werden die Japaner das Unternehmen verändern? Bleiben wenigstens Sie uns erhalten?“ – „Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Dockendorf. Ich gehe davon aus, dass mir die Japaner eine beratende Tätigkeit in Aussicht stellen. Es könnte auch mehr sein. Ich blicke der Zukunft auf jeden Fall sehr zuversichtlich entgegen.“ – „Das ist schön, Herr Engler. Ich bin schon so lange hier, ich könnte mir nicht vorstellen, wie es ohne Sie wäre.“ – „Dann lassen Sie uns den heutigen Tag mal gut hinter uns bringen, Frau Dockendorf. Noch eine Bitte: Ich hatte gestern mit Frau Pawel aus dem Marketing Tennis gespielt und meinen Schläger liegenlassen. Könnten Sie sie bitte danach fragen? Vielen Dank.“

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