(342) Es war angenehm warm und nichts schien Gewicht zu haben.

Es war angenehm warm und nichts schien Gewicht zu haben. Es war, als ob er über allem schwebte. Aus seinem Mund flog der Tabakball heraus und drehte sich im Sonnenlicht wie in Zeitlupe um sich selbst. Weit weg flog er. Als Nils den Kopf drehte, um zu sehen, wie weit er fliegen würde, blickte er einer wunderschönen schwarzhaarigen Frau in die blauen Augen.

„Gonda“, stammelte er, „du bist hier! Ich wusste gar nicht, dass es dich wirklich gibt. Ich kenne dich nur aus meinen Träumen.“

Gonda lächelte ihn an. Er richtete sich auf und sie bettete seinen Kopf auf ihre Oberschenkel. Er erkannte, dass sie sich in einem hellen Zimmer befanden, durch dessen geöffnete Balkontür er zwischen den wehenden durchsichtigen Vorhangbahnen das blaue Meer sehen konnte.

Gonda hob seinen Kopf und ließ ihn aus einem schweren Kristallkelch 30 Jahre alten Glenfiddich trinken. Der Whisky schmeckte besser als alles andere, was Nils jemals zu Lebzeiten getrunken hatte. Er wollte es ihr sagen, aber er merkte, dass sie seine Gedanken spüren konnte, ohne dass er sie äußern musste. ‚Ich bin im Paradies‘, dachte er, „jetzt geht das Abenteuer auf einem völlig neuen Level weiter.“

Plötzlich war es, als ob vom Meer her ein ganzer Schwarm von Raben angeflogen kam. Der Himmel und auch das Meer verdunkelten sich. Ein wuchtiger Windstoß zerrte an den Vorhängen und riss sie aus den Halterungen. Angstvoll versuchte er, Gondas Blick zu finden, aber ihre Augenhöhlen schienen zugewachsen und fielen ein, während er sie anschaute. Vor seinen Augen schien sie sich aufzulösen. Wie trockner Sand aus einem angestochenen Sack rieselte sie auf ihn herab und wurde dann vom Wind in alle Richtungen verweht. Dann gab es plötzlich gar nichts mehr. Er wollte gerade denken, dass es plötzlich nichts mehr gab, als sein Gedanke mittendrin abbrach. Es gab keinen anderen Gedanken mehr. Nils war tot.