(167) Es hämmerte an der Tür.

Es hämmerte an der Tür. „Hey Sal, mach auf, ich weiß, dass du da drin bist!“ Salvatore öffnete die Haustür und ließ Scott herein. „Jetzt mach keinen Lärm, du hast Glück, dass meine Mutter nicht da ist, sie hätte Salami aus dir gemacht“, sagte Salvatore vorwurfsvoll. „Ich hab‘ gehupt, warum kommst du nicht raus?“ – „Ich habe einen Brief vom Kapitän erhalten, sehr seltsam.“ – „Zeig mal“, Scott riss ihm die Karte aus der Hand. „Das ist ja Al Pacino. Dein Vater ist mit Al Pacino befreundet? Cool!“ – „Was hab‘ ich mit Al Pacino zu tun? Der hat wahrscheinlich auf dem Kahn Urlaub gemacht und meinem Vater ein Trinkgeld gegeben. Wahrer Freund, von wegen.“ – „Jetzt fang nicht wieder an, über die christliche Seefahrt zu klagen. Komm mit, im Auto sind Maddy, Carry und Lobo. Und wenn wir noch lange zögern, hat Lobo beide geschwängert.“

In der Tat hatte Lobo seine Zunge bereits tief in Maddys Rachen gesteckt. Carry lehnte genervt an dem Wagen und rauchte. „Wo wart ihr? Habt ihr noch das Klo geputzt oder was?“ – „Hi Carry“, sagte Sal, „tut mir leid, meine Schuld.“ Nach kurzer Diskussion setzte sich Sal in den Fond. „Was ist das für eine Musik?“, fragte er. „Das ist ‚Zero‘ von den Smashing Pumpkins“, erklärte Scott, „könnt ich stundenlang hören.“ – „Ich nicht“, sagte Carry und drehte das Autoradio aus. „Jetzt fahr doch, ich will auch mal ankommen.“

Scott ließ den Motor an und rollte auf die Straße zurück. Dann legte er den Hebel auf D und drückte aufs Gaspedal. Der Wagen machte einen Satz nach vorn und Sal schaute angeekelt zu, wie Lobos Zunge noch tiefer in Maddy hineinzurutschen schien. Lobo schien das Schaukeln in den Kurven zu genießen und seine linke Hand streichelte über Maddys Oberkörper.

Plötzlich kreischten die Bremsen auf. Es war, als ob der Wagen sich hinten aufbäumte. Sal erkannte, wie der Wagen auf einen alten Mann mit Stock und einen kleinen Jungen zufuhr. Die Fahrt verlangsamte sich zwar, aber es war unklar, ob das Bremsen reichen würde. Scott war im Handumdrehen kreidebleich geworden. Der alte Mann und der Junge drehten sich wie in Zeitlupe um. Beide öffneten den Mund zum Schreien. Scott sah noch, dass sie die gleiche Zahnlücke in den oberen Schneidezähnen vorwiesen.

Der Wagen kam schließlich zum Stehen, ohne Mann und Kind zu berühren. Reflexartig hob der alte Mann seinen Stock und ließ ihn auf die Motorhaube des Autos herunter krachen.

„Du hast mich gebissen, du Sau!“, schrie Maddy. Sal warf seinen Kopf herum. Maddy und Lobo starrten sich mit blutverschmierten Mündern an. Wieder schepperte es an der Motorhaube, der alte Mann hatte das Gleichgewicht nicht mehr halten können und war gestürzt.

„Na klasse“, schimpfte Carry.

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