(166) Narren, Narren und überall Narren.

Narren, Narren und überall Narren. Wenn er alle beschreiben sollte, würde alles Papier der Welt nicht reichen. 109 Narren, das würde reichen. Alle gemeinsam auf einem Schiff, unterwegs nach Narragonien. Habsucht, Kleidermoden, Schwätzerei oder Ehebruch – alles Beschäftigungen der Narren. Und wenn jemand mehr Narren haben wollte, so sei es drum, dann sollte er selbst einen Narrenspiegel schreiben.

Sebastian Brant schloss sich nicht aus bei den Narren. Im Gegenteil, er sah sich sogar an vorderster Stelle, als ein überheblicher Narr. Er besaß so manches Buch, das er weder gelesen hatte, noch es verstand. Seine Bibliothek war wie ein Festungswall gegen die ignorante Welt draußen. Ja, auch er gab sich fragwürdigen Neigungen hin, wie alle anderen auch. Vielleicht sollte er auch ein paar Weise mit einbauen, obwohl sie es nicht einfach haben würden in diesem Universum der Narretei.

Und eines neuen Heiligen bedurfte es auch: St. Grobian, der Patron der neuen Zeit. Unter seiner Fuchtel brauchte niemand zu grüßen, sich zu waschen, Zähne zu putzen oder die Haare zu kämmen. Die Nase musste nicht geputzt werden, die Sprache durfte so laut wie möglich sein und die Verdauung durfte ruhig zu ihren Mitmenschen sprechen.

Welch exquisites Personal dieses Schiff bevölkerte, ein wahres Spiegelbild, das er der Welt vorhielt.

Und dann brauchte er noch ein Motto:

Hier findet man der Welten Lauf,
Drum ist dies Büchlein gut zum Kauf.
Zu Scherz und Ernst und allem Spiel
Trifft man hier Narren, wie man will;
Ein Weiser sieht, was ihm behagt,
Ein Narr gern von den Brüdern sagt.
Hier hat man Toren, arm und reich,
Schlim schlem, für jeden seines Gleich.

Als er den Text abgeschlossen hatte, fehlten nur noch Bilder von allen sündigen Narren dieser Welt. Er wollte sie allesamt mit den typischen Symbolen, wie Narrenkappe, Eselsohren und Schellen darstellen lassen. Nichts ohne Grund. Mal sehen, was sein Verleger Johann Bergmann davon hielt.

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