(166) Für jeden, der ihn kannte, war der Kapitän der ‚Sea Empire‘ ungewöhnlich nervös.

Für jeden, der ihn kannte, war der Kapitän der ‚Sea Empire‘ ungewöhnlich nervös. Giambattista Vico blieb nicht wie sonst im Kapitänssessel sitzen, sondern war ständig in Bewegung, schlenderte vom 2. Offizier zum Leitenden Ingenieur, stellte eigentlich unnötige Fragen, schaute sich die Routenplanung an oder stand auf der Brückennock und starrte am Schiffskörper hinunter in die Wellen. Kurze Zeit darauf erfuhr die Brückencrew die Erklärung: VIP-Besuch war angesagt.

Sandy Newman, die Pressefrau der ‚Sea Empire‘, geleitete Al Pacino in den Brückenraum. Kapitän Vico versuchte seine Erregung zu verstecken, was ihm aber vor den anderen Besatzungsmitgliedern nicht gelang. Sandy stellte den Kapitän vor. Pacino sagte: „I am Al Pacino. How are you?“ Er streckte Vico die Hand entgegen. Nachdem der Kapitän sich gefangen hatte, stellte er seine Kollegen vor. Und bei jedem sagte Al Pacino seinen Namen klar und deutlich, so als ob man ihn keinesfalls kennen musste. Der Schauspieler war sehr freundlich und jovial im Umgang. Pacino ließ sich die verschiedenen Geräte auf der Brücke erklären, erkundigte sich nach der Größe der Mannschaft (1.213), wunderte sich über die unglaubliche Kraft der Schiffsmotoren (89 MW) und durfte auf Geheiß des Kapitäns das Schiffshorn betätigen.

Al Pacino drückte einmal nur ganz kurz auf den Knopf, war über den satten Sound verblüfft und wollte es gleich nochmal versuchen. Beim zweiten Mal drückte er länger und musste dabei lachen wie ein kleiner Junge.

Kapitän Vico reichte Sandy eine Fotokamera und sie musste ihn mit Al Pacino knipsen. Für die zweite Aufnahme setzte sich Pacino die Mütze des Kapitäns auf. Schließlich bat Vico noch um ein Autogramm für seinen Sohn Salvatore, der ein großer Fan von Al Pacino sei. Pacino erklärte, dass sein Vater auch Salvatore hieß und beglückwünschte Vico zu der guten Namenswahl. „Woher kommen Sie?“, fragte er. Vico antwortete: „Meine Familie stammt aus Neapel“. Pacino nahm ihn kurz in die Arme und klopfte ihm auf die Schultern. „Wir sind aus einem Holz“, sagte er. Dann nahm er eine Autogrammkarte aus seiner Jackentasche und bat um einen Stift. Auf die Karte schrieb er ‚Für Salvatore, den Sohn eines wahren Freundes‘ und reichte sie Vico, der Mühe hatte, seine Tränen zurück zu halten.

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