(136) Arnim Walker rannte die Stufen hinunter, ging sehr schnell am Empfang vorbei und flüchtete aus dem Krankenhaus.

Arnim Walker rannte die Stufen hinunter, ging sehr schnell am Empfang vorbei und flüchtete aus dem Krankenhaus. Erst als er zweimal um die Ecke gebogen war und sich vergewissert hatte, dass ihm niemand folgte, setzte er sich auf eine Parkbank, um wieder zu Atem zu kommen.

Er musste auf der Hut sein. Eigentlich hatte er nicht erwartet, dass man ihm sogar in einem Krankenhaus auflauerte. Aber es stand einfach zu viel auf dem Spiel. Er lebte in einem Doppelzimmer in einem Männerwohnheim. Tagsüber suchte er sich zum Arbeiten immer verschiedene Orte aus. Bibliotheken, Kirchen, Wartezimmer von Krankenhäusern… Unverdächtige Orte, an denen er nicht auffallen würde. Seine Aufzeichnungen hatte er alle in einer schwarzen Kladde notiert. Darin steckten auch viele Zeitungsausschnitte und Fotos, die er aus Büchern herausgerissen hatte.

In diesen Aufzeichnungen hatte er vorhin auch gelesen. Manches war sehr klein geschrieben, dafür brauchte er die Lupe. Er hatte sie auf einem Flohmarkt gefunden und gegen ein Buch ausgetauscht. Seine Leidenschaft verfolgte ihn seit vielen Jahren und es war auch seiner Obsession geschuldet, dass er zuerst seinen Job und dann seine Wohnung verlor. Aber, er war einer ganz großen Sache auf der Spur. Er kam der Lösung immer näher. Er musste nur vorsichtig sein, dass ihn niemand um die Früchte seiner Forschungen brachte.

Im Wohnheim gab er seine Kladde keinen Augenblick aus der Hand. Beim Schlafen verstaute er sie in seinem Kopfkissen. Wenn er im Waschraum war, wickelte er sie in seine Unterhose, die er in seine Hose stopfte, die er auf seine Schuhe legte.

Er sprach niemanden an und wurde nie angesprochen. Deshalb hatte ihn die Frau im Wartezimmer auch so erschreckt. Natürlich hätte er ihr viel erzählen können. Aber das würde er niemals tun. Nicht nach all den Mühen, die es gekostet hatte, das herauszufinden, was er jetzt wusste.

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