(13) Wollen Sie das Geheimnis meines Reichtums kennenlernen?

„Wollen Sie das Geheimnis meines Reichtums kennenlernen?“ Aristoteles Onassis lehnte sich im Sofa zurück und musterte durch seine dicke Hornbrille die Frau, die neben ihm saß. Sie trug ein tiefgeschnittenes, goldfarben glänzendes Abendkleid aus Satin. Sie nickte interessiert mit dem Kopf. Onassis nahm seine rechte Hand aus der Hosentasche. Er hielt sie geöffnet und mit der Fläche nach oben vor sich hin, so dass er und die Frau darauf blickten. Er wartete einen Moment, um die Spannung zu steigern und sagte dann: „Während andere gezaudert haben und sich dafür Entschuldigungen ausdachten, habe ich gehandelt. Nehmen Sie meine Hand und sagen Sie mir, was Sie fühlen.“ Die Frau zögerte kurz, schaute sich um. Sie waren immer noch allein in dem Raum. Sie nahm seine Hand in ihre. „Oh“, sagte sie. Onassis zeigte mit einem breiten Lächeln seine Zähne. Seine Stimme wurde noch dunkler und heiserer. „Was fühlen Sie?“, fragte er. „Ihre Hände sind unglaublich weich“, sie schien erstaunt und dabei schien sie seine Hand zu streicheln wie einen kostbaren Stoff. Er ließ sie gewähren, bis ihr bewusst wurde, was sie gerade tat. Bevor sie selbst reagieren konnte, zog er seine Hand zurück und meinte: „Kommen Sie doch mit an die Bar. Ich mixe einen ganz speziellen Cocktail, nur für Sie!“ Diesmal nahm er ihre Hand, geleitete sie die paar Schritte und zog einen der Barhocker hervor. Sie setzte sich nieder. „Sitzen Sie bequem?“, fragte er. „Oh ja, danke, das ist ein sehr feines Leder.“- „Das feinste Leder, das es gibt“, meinte er zufrieden. Er wollte noch etwas anfügen, besann sich aber anders.

Onassis stellte sich hinter den Bartresen und mixte ihr einen Cocktail aus Rum, Cointreau und Champagner. Sich selbst schenkte er einen Whisky nach und setzte sich dann auf den Barhocker neben ihrem. Mit der Hand strich er kurz über den Bezug des Hockers, dann berührte er ihre Schulter, als ob er eine Haarsträhne von ihr wegstrich. Als sie ihren Sparkling Gold-Cocktail ausgetrunken hatte, flüsterte sie ihm ins Ohr, dass sie sich etwas frischmachen wollte. Als sie aufstand, schlingerte das Schiff etwas und sie musste sich kurz an ihn lehnen. Er beobachtete sie, bis sie den Barraum verlassen hatte. Dann trank er einen Schluck Whisky und nahm aus seiner Hosentasche eine in Silber gefasste Hasenpfote heraus. Er legte sie vor sich hin auf den Tresen. Mit dem rechten Zeigefinger streichelte er langsam darüber.

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