(106) Wir dürfen nicht vergessen, die Feuerlöscher zu verteilen.

„Wir dürfen nicht vergessen, die Feuerlöscher zu verteilen. Letztes Jahr gab es deswegen im allerletzten Moment einen Riesenaufstand.“ Manuel hakte den letzten Punkt auf der Wandtafel ab. „Damit sind wir ganz gut in der Zeit, aber ich brauche euch nicht daran zu erinnern, dass es bis zum Samstag noch mördermäßig zu tun gibt. Nächstes Update in diesem Hörsaal morgen Vormittag um neun Uhr.“ Das Projektteam des Frühlingsfestes der Sporthochschule zerstreute sich.

„Anna, kannst du noch eine Minute hier bleiben?“, bat Manuel. Anna kam nach vorn. „Wir haben noch ein Problem mit der Band. Die wollen erst ab zehn Uhr spielen, das passt aber überhaupt nicht ins Programm. Kannst du mit denen reden, damit sie nicht zicken und bereits um halb neun Uhr loslegen?“ – „Mach‘ ich“, antwortete sie. „Hast du noch was von Armin gehört?“, fügte sie hinzu. „Bleib mir bloß weg mit Armin“, winkte Manuel ab. Er schwang seinen Rucksack auf die Schulter und verließ mit Anna den Hörsaal. „Er hat mich komplett enttäuscht. Erst war er Feuer und Flamme. Dann hieß es, dass er am Samstag nicht dabei sein könne. Und jetzt macht er sogar bei den ganzen Vorbereitungen nicht mit. Er geht auf Weltreise mit seiner Großmutter. Es ist unfassbar. Mitten im Semester. Ich wollte ihn gestern Abend zur Rede stellen und auch mit ihm über die Band sprechen, denn es war ja seine Idee. Er war nicht in seiner Wohnung. Seine Nachbarin meinte, dass sie ihn vor vier Tagen zuletzt gesehen habe. Aber wir werden klarkommen, auch ohne ihn. Entschuldige mich, ich sehe gerade Prof. Schreiner. Ich muss ihn etwas fragen.“

Anna schaute ihm nach, wie er schon aus zehn Metern Entfernung grüßte und auf Prof. Schreiner zuging. Manuel war ein klasse Typ, fand Anna. Leider hatte er Mundgeruch.

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